Die österreichische Firma Lotus View Camera (LVC) unterscheidet sich wesentlich von den bisher vorgestellten Herstellern von Fachkameras. Die 1991 von dem Fotografen Burkhardt Kiegelland gegründete und seit 2001 von Maja und Günter Ströbele geführte Firma konzentriert sich nämlich ganz auf ausgereifte analoge Systeme. Außerdem ist jede Kamera ein Kunstwerk, das aus perfekter Technik, edlen Materialien – Kirschholz, Aluminium und Messing – und dem Homopolymer-Kunststoff Delrin zusammengesetzt wird.

Alle LVC-Fachkameras sind klassische Balgenkameras. Auf den ersten Blick sehen sie auch wie Museumsstücke aus den Anfangszeiten der Fachfotografie aus; bei näherem Hinsehen wird jedoch klar: Hier handelt es sich um Fachkameras auf aktuellem technischen Stand, die sämtliche Verstellmöglichkeiten bieten, die in der Studio-, Architektur- und Landschaftsfotografie benötigt werden. Die „Lotus Rapid Field“ wird in den Größen 4 mal 5 Inch, 5 mal 7 Inch, 4 mal 10 Inch, 8 mal 10 Inch, 7 mal 17 Inch,8 mal 20 Inch, 11 mal 14 Inch, 12 mal 20 Inch, 14 mal 17 Inch und dem gigantischen 20-mal-24 Inch-Format angeboten. Die größte Kamera wiegt 37 Kilogramm, während die 4-mal-5-Version lediglich 2,4 Kilogramm wiegt.

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Die Lotus Rapid Field 5 mal 7 Inch mit kurzem Balgenauszug

Die Rapid Field 20 mal 24 Inch wurde auf der Photokina 2004 vorgestellt. Trotz ihres gigantischen Aufnahmeformats von 50 mal 60 Zentimetern ist sie überraschend beweglich. Die Verstellungen werden mittels leichter und zuverlässig arbeitender Zwölf-Volt-Motoren gesteuert, wie sie in der Flugindustrie eingesetzt werden. Scharfeinstellung, Vertikal- und Horizontalverschiebung der Frontstandarte werden über diese Motoren vorgenommen – optional auch die Axialneigung der Frontstandarte. Lediglich die Rückstandarte wird manuell bedient.

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Die Lotus Rapid Field mit langem Balgenauszug

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Lotus 20 mal 24 Zoll

Passende Objektive für die Rapid Field 20 mal 24 Inch zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Die von Schneider/Kreuznach produzierten und ebenfalls auf der Photokina 2004 erstmals vorgestellten Fine-Art-XXL-Objektive mit 900 Millimetern Bildkreis eignen sich hervorragend für diese Kamera. Die edle Objektivserie wird in den Brennweiten 550, 770 und 1100 Millimeter angeboten. Alle XXL- Objektive zeichnen sich durch hervorragende optische Eigenschaften, geringe Verzeichnung und gleichmäßig hohe Auflösung über den gesamten Bildkreis aus. Auch bei den beliebten Panoramaformaten 7 mal 17 und 8 mal 20 Inch bieten sie große Verstell-Reserven.

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Frontansicht der Lotus Rapid Field 4 mal 10 Inch

Für die kleineren Lotus-Rapid-Field-Kameras ist die Auswahl an Fachobjektiven von Schneider/Kreuznach und Rodenstock größer. Alle Rapid-Field-Modelle sind sowohl in der Filmebene als auch in der Objektivebene tilt- und schwenkbar sowie horizontal und vertikal verschiebbar. Die Kameras sind für die analoge Fotografie gebaut, wobei die Firma Lotus View Camera Zubehör von hölzernen Filmhaltern bis zu speziellen Stativbefestigungen, Filmmaterial und Dunkelkammerequipment anbietet. Kontaktkopierrahmen für Freunde der Edeldruckverfahren sind ebenfalls erhältlich.

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Lotus Rapid Field 14 mal 17 Inch